Fischerverein Stein am Rhein

hegen, pflegen, fischen

Rettung Rheinäsche 2018

Leider spielt Petrus in diesem Jahr nicht mit. Sehr kritische Wassertemperaturen gefährden unsere Fische im Hochrhein (Äschen, Forellen, usw.). Die Rettungsmassnahmen sind eingeleitet (siehe Rettungskonzept von Sämi Gründler). Wir hoffen sehr, dass endlich die Temperaturen runter gehen und sich das Wasser abkühlt. Prognosen sind aber sehr schlecht. 

 

Hege und Pflege

Ohne Hege und Pflege keine Fische und keine intakte Natur! Diese Motto leitet uns.

Wir sind für ein faires Fischen und unterstützen das diskussionslos! Trotzdem kann es für diejenigen die im Untersee  und im Rhein fischen zu Missverständnissen oder falschem Auslegen des geltenden Rechtes kommen. Deswegen: Beachtet die unterschiedlichen Vorschriften die im Kanton Schaffhausen (Rhein, usw.) bzw. diejenigen die auch mit dem Untersee-Patent im Untersee fischen, gelten! Hier nochmals präzisiert (und daran halten wir uns natürlich): Im Kanton Schaffhausen und auf der ganzen Rheinstrecke gilt ein generelles Widerhakenverbot (Widerhaken entfernen!).  Damit unterstützen wir proaktiv die Anforderungen der zukünftigen Tierschutzverordnung (die noch in Arbeit ist). Der Kiemenschnitt ist obligatorisch bei uns Rheinfischer wie auch im Untersee!  Wenn es bei einer Kontrolle zur Anzeige kommt gibt es einen Richterentscheid und das Tierschutzgesetz tritt in Kraft!  Es werden hohe Bussen ausgestellt und es kann ein Fischereiverbot ausgesprochen werden.

Rhyuferputzete:

Wir säubern jedes Jahr die Ufer des Rheins und teilweise auch der Biber. Dabei kommt viel liegengebliebener Unrat der sich das ganze Jahr hindurch sammelt zum Vorschein: Fahrräder, Mopeds, Zelte, Plastikmüll, und vieles mehr. Gemeinsam mit Tauchern wird auch immer wieder der Grund des Rheins nach "Verlorenem" abgesucht. Wir wissen, dass es sich lohnt Sauberkeit und Ordnung vorzuleben. Dies für unsere Umwelt, unser Wasser, unsere Fische und natürlich auch für unsere Nachkommen! 

Aufzucht, Aussetzen:

Jedes Jahr wird unser Aufzuchtfloss anfangs Februar im Rhein eingewassert und einige 10-Tausend Forelleneier ausgesetzt. Nachdem sie geschlüpft sind muss diese junge Brut permanent sauber gehalten und eine mögliche Verpilzung verhindert werden. Abgestorbene Eier oder tote Fischli kommen dann raus. Das geht solange bis sie ihren Dottersack fast aufgebraucht haben und in den Rhein entlassen werden. Marco Fischer ist unserer Verantwortlicher für die Hege und Pflege der ausgesetzten Forelleneier. 

Ausgesetzt im Rhein ernähren sie sich vorerst von Plankton. Wir wünschen unseren "Sprösslingen" ein gutes Gedeihen, das sie stark werden und die von uns angestrebte Naturverlaichung erreichen. Danach wird der Floss wieder ausgewassert, sauber gereinigt und für das nächste Jahr bereitgemacht.  

 

Strategiewechsel Aufzuchtbach "Hemishoferbach":

Der Hemishoferbach diente uns viele Jahre lang als Forellen-Aufzuchtbach. In der Fischzuchtanstalt vorgestreckte Larven wurden im Bach eingesetzt, nach einem Jahr wieder abgefischt und im Rhein ausgesetzt. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus, der Forellenbestand im Rhein stagniert weiterhin auf tiefem Niveau. 

Auch der Biber fühlt sich am Hemishoferbach sichtlich wohl – ein Zeichen für ein intaktes Gewässer!

Auf Anregung des Fischereiaufsehers Patrick Wasem sowie aus Anlass der gleichzeitig gestarteten Revitalisierungen am Bach stellten wir die Aufzucht im Jahr 2017 endgültig ein. Im weitgehend natürlich fliessenden Bach funktioniert die Naturverlaichung der Bachforellen nachweislich – keine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit stark beeinträchtigter Gewässer!

Eine von vielen Forellenlaichgruben, die im Winter 2017 im Bach beobachtet wurden.

Die Natur im Hemishoferbach ist nun wieder sich selbst überlassen, der Bachforellenbestand kann sich selbstständig reproduzieren. Die natürliche Auslese garantiert, dass nur die «fittesten» und sich an verändernde Umweltbedingungen erfolgreich anpassenden Tiere überleben und sich fortpflanzen. Die laufenden Revitalisierungsprojekte zielen eine durchgängige und funktionierende Vernetzung des Baches mit dem Rhein an, so dass Abwanderung und Wiedereinstieg auch für andere Fischarten möglich ist, was letztendlich dem gesamten Gewässersystem zu Gute kommt und so einen nachhaltigen Beitrag zur Erhaltung des Bestands leistet.

Wir wünschen unseren "Sprösslingen" ein gutes Gedeihen, dass sie stark werden und die von uns angestrebte Naturverlaichung erreichen.

 

Abfischen:

 

Fische vermessen:

Jährlich werden durch den Pächter Hans Graf, dem Fischereiaufseher Patrick Wasem und unserer Mithilfe Kontrollfänge durchgeführt. Die dabei gefangenen Äschen werden ausgemessen, deren Gesundheitszustand erfasst und die Geschlechtsreife ermittelt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Population und allfällige Krankheiten zu einem frühen Zeitpunkt ziehen.