Fischerverein Stein am Rhein

hegen und pflegen

 

Hege und Pflege

Ohne Hege und Pflege keine Fische und keine intakte Natur! Diese Motto leitet uns.

Der Fischerverein Stein am Rhein hat in Zusammenarbeit mit dem Fischereiaufseher ein Hege und Pflegekonzept für das Steinerwasser ausgearbeitet. Darin werden alle Massnahmen wie z.B. Laichfischfang, Pflege Hemishoferbach, Gewässerkontrolle, Kartenverkauf, usw. beschrieben. Ziel ist es, auch damit einen Beitrag zu einem gesunden Fischbestand zu leisten. Details dazu siehe Hege- und Pflegekonzept.

Wir sind für ein faires Fischen und unterstützen das diskussionslos! Trotzdem kann es für diejenigen die im Untersee  und im Rhein fischen zu Missverständnissen oder falschem Auslegen des geltenden Rechtes kommen. Deswegen: Beachtet die unterschiedlichen Vorschriften die im Kanton Schaffhausen (Rhein, usw.) bzw. diejenigen die auch mit dem Untersee-Patent im Untersee fischen, gelten! Hier nochmals präzisiert: Im Kanton Schaffhausen und auf der ganzen Rheinstrecke gilt ein generelles Widerhakenverbot. Der Kiemenschnitt ist obligatorisch bei uns Rheinfischer wie auch im Untersee.

Fischabfälle: Bitte beachten, dass es gemäss Tiernebenproduktegesetz in der Schweiz (und auch in Deutschland) seit 2015 verboten ist Innereien und Fischabfälle im See zu entsorgen. Das gilt auch für unseren Rhein. 

Rhyuferputzete: Wir säubern jedes Jahr die Ufer des Rheins und teilweise auch die Biber. Dabei kommt viel liegengebliebener Unrat der sich das ganze Jahr hindurch sammelt oder leider von den "Rheingästen" liegen gelassen wird zum Vorschein: Fahrräder, Mopeds, Zelte, Plastik, und vieles mehr. Gemeinsam mit Tauchern wird das Ufer und der Grund des Rheins nach "Verlorenem" abgesucht. Wir wissen, dass es sich lohnt Sauberkeit und Ordnung vorzuleben. Dies für unsere Umwelt, unser Wasser, unsere Fische und natürlich auch für unsere Nachkommen! 

Reiser setzen:

Am Samstag 27. März konnten wir mit Hilfe der Pontonieren sowie der Taucher der SLRG Sektion Stein am Rhein wie geplant zwei Fischreiser im Römerhafen sowie gegenüber bei den beiden Werdli-Inseln verankern. Das Projekt ist Teil unseres Hege- und Pflegekonzeptes, welches Erhalt und Verbesserung des Lebensraumes unserer Fische vorsieht.

Die Reiser bieten insbesondere im Winterhalbjahr bei tiefem Wasserstand, wenn Ufer-nah natürliche Strukturen für Verstecke weitgehend fehlen, zusätzliche Unterstände für Fische. Zielarten sind in erster Linie Weissfische wie kleine Alet, Barben, Hasel, Rotaugen und Lauben. Gleichzeitig wird auch unseren Raubfischen wie Hecht und Forelle ein Ort angeboten, wo ein Happen Essen zu holen ist. Die Taucher werden Erfolgskontrollen durchführen und uns berichten, ob sich die gewünschten Fische an den Standorten aufhalten.

Beachtet vor allem beim Fischen mit Löffel, Spinner, Wobbler, Gummifischen und dergleichen die Standorte, die auch in unserer Gewässerkarte eingezeichnet sind, um Hänger zu vermeiden. Die Totholzstrukturen sind auf einem 3x3 Meter grossen Geflecht aus Armierungseisen montiert und ragen 20 bis 40 cm über den Gewässergrund. 


Aufzucht, Aussatz:

Jedes Jahr werden einige Tausend Forellen, welche wir von der Fischzuchtanstalt Schaffhausen beziehen, im Rhein ausgesetzt. Wir wünschen unseren "Sprösslingen" ein gutes Gedeihen, das sie stark werden und die von uns angestrebte Naturverlaichung erreichen.   

Um die Kontrolle zu bekommen, wie es sich um den Äschenbestand steht, unterstützen wir auch die jährlich stattfindende Äschenlarvenzählung. Diese ist ein wichtiger Indikator um zu Wissen wie gut die Naturverlaichung der Äsche zu monitoren  (weitere Bilder): 


Strategiewechsel Aufzuchtbach "Hemishoferbach":

Der Hemishoferbach diente uns viele Jahre lang als Forellen-Aufzuchtbach. In der Fischzuchtanstalt vorgestreckte Larven wurden im Bach eingesetzt, nach einem Jahr wieder abgefischt und im Rhein ausgesetzt. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus, der Forellenbestand im Rhein stagniert weiterhin auf tiefem Niveau. 

Auch der Biber fühlt sich am Hemishoferbach sichtlich wohl – ein Zeichen für ein intaktes Gewässer!

Auf Anregung des Fischereiaufsehers sowie aus Anlass der gleichzeitig gestarteten Revitalisierungen am Bach stellten wir die Aufzucht im Jahr 2017 endgültig ein. Im weitgehend natürlich fliessenden Bach funktioniert die Naturverlaichung der Bachforellen nachweislich – keine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit stark beeinträchtigter Gewässer!

Eine von vielen Forellenlaichgruben, die im Winter 2017 im Bach beobachtet wurden.

Die Natur im Hemishoferbach ist nun wieder sich selbst überlassen, der Bachforellenbestand kann sich selbstständig reproduzieren. Die natürliche Auslese garantiert, dass nur die «fittesten» und sich an verändernde Umweltbedingungen erfolgreich anpassenden Tiere überleben und sich fortpflanzen. Die laufenden Revitalisierungsprojekte zielen eine durchgängige und funktionierende Vernetzung des Baches mit dem Rhein an, so dass Abwanderung und Wiedereinstieg auch für andere Fischarten möglich ist, was letztendlich dem gesamten Gewässersystem zu Gute kommt und so einen nachhaltigen Beitrag zur Erhaltung des Bestands leistet. Wir wünschen unseren "Sprösslingen" ein gutes Gedeihen, dass sie stark werden und die von uns angestrebte Naturverlaichung erreichen.

Laichfischfang:

Mit der Pachtübernahme des Steinerwassers ab 2021 wurde dem Fischerverein auch der Laichfischfang übertragen. Erstmals wurde die neu gegründete Arbeitsgruppe Hege und Pflege aktiv. Nach einer Eiführung im März 2021 wurden die ersten Laichzüge im Rhein durchgeführt. Leider wenig erfolgreich! Details siehe unter Impressionen



Fische vermessen:

Jährlich werden durch den Pächter, dem Fischereiaufseher und unserer Mithilfe Kontrollfänge durchgeführt. Die dabei gefangenen Äschen werden ausgemessen, deren Gesundheitszustand erfasst und die Geschlechtsreife ermittelt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Population und allfällige Krankheiten zu einem frühen Zeitpunkt ziehen.

Rettungsaktionen Rheinäsche 2018:

Leider spielt Petrus auch im Sommer 2018 nicht mit. Sehr kritische Wassertemperaturen haben unseren Äschen und Forellen arg zugesetzt. Tausende Stunden wurden in die Rettung unserer Fische investiert und viele Notmassnahmen auch mit grosser Unterstützung von Kanton und Gemeinden durchgeführt. Marco hat dies eindrücklich in einen Video dokumentiert. Um auch zukünftig für solche Notfallsituationen gerüstet zu sein, wurde ein Notfall- und Rettungskonzept erstellt.